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Fragen und Antworten


+ Wie wurde die Lautstärke gemessen?

Wir haben die Lautstärke an öffentlichen Orten mit einer App gemessen. Damit kann jede*r Interessierte auch im eigenen Kontext eine Messung durchführen. Die Angabe der Lautstärke erfolgt in dB(A). Die Messungen wurden wochentags zwischen 11 und 16 Uhr durchgeführt, um Verzerrungen durch Berufsverkehr zu vermeiden. Es wurde ca. 5 Minuten lang gemessen und ein Durchschnittswert genommen. Die Messungen dienen nicht einer wissenschaftlichen Studie, hierzu müssten Messungen über einen längeren Zeitraum vorgenommen werden. Vielmehr möchten wir mit solchen “Momentaufnahmen” dazu anregen, einmal zu beobachten, wie laut die Umgebung ist und Menschen unterstützen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Lautstärke persönlich für als “zu laut” empfunden wird.

+ Was versteht man unter Dezibel bzw. dB(A)?

Dezibel (dB) ist das Maß, in dem der Schalldruckpegel angegeben wird. Ein Pegel von 0 dB entspricht der Lautstärke, bei der wir einen Ton mittlerer Frequenz gerade noch hören (die sog. “Hörschwelle”). Wichtiges Merkmal eines Pegels ist, dass es sich um eine logarithmische Skala handelt: Bei einem Anstieg des Pegels um drei Dezibel verdoppelt sich jeweils der Schalldruck. Bei einem Anstieg von zehn Dezibel verzehnfacht er sich, bei zusätzlichen 20 Dezibel ist der Belastung bereits 100 Mal so stark! In der konkreten Anwendung bedeutet das, dass scheinbar kleine Unterschiede im Lautstärkepegel einen großen Effekt auf unsere Ohren haben.

Die sogenannte A-Frequenzbewertung ist die gebräuchlichste Form im Arbeits-und Gesundheitsschutz. Sie berücksichtigt Unterschiede im menschlichen Hörempfinden für verschiedene Tonhöhen: Für besonders tiefe oder hohe Töne sind wir weniger empfindlich als für den mittleren Frequenzbereich.

+ Was ist denn eigentlich wie laut?

Die nachfolgende Tabelle gibt Einblick, welche Lautstärke z.B. in der eigenen Wohnung, an einer Straße oder im Club erreicht werden können:

(Quelle: Deutscher Bundesverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.)

(Quelle: Deutscher Bundesverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.)

 

+ Wie laut ist zu laut?

Als Faustregel wird oft die Grenze von 85 Dezibel herangezogen: Wenn Menschen regelmäßig acht Stunden oder mehr einem Pegel von 85 Dezibel ausgesetzt sind, laufen sie Gefahr, ihr Gehör dauerhaft zu schädigen. 85 Dezibel entsprechen einem vorbeifahrenden LKW.

Wichtig ist: Es kommt nicht allein auf die Lautstärke an, sondern auch auf die Dauer der Beschallung. Das bedeutet, dass acht Stunden bei 85 Dezibel (vorbeifahrender LKW) einer ähnlichen Gehörgefährdung entspricht wie zwei Stunden bei 91 Dezibel (Presslufthammer) oder fünf Minuten bei 105 Dezibel (Clubs und Konzerte). Die genaue Tabelle zu dem Verhältnis von Lautstärke und Beschallungsdauer ist hier zu finden.

Lärm kann nicht nur das Hörvermögen schädigen, sondern verursacht auch Stress. Die Forschung sagt, dass der Körper ab 65 Dezibel unter Stress gesetzt wird. Die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit sind aber in einem hohen Maß individuell - jeder hat ein anderes Stressempfinden. Welche Lautstärke als zu laut empfunden wird, muss daher jeder für sich selbst beantworten.

Verhältnis von Lautstärke zu Beschallungsdauer   Datenquelle: National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH), "Basis for the Exposure Standard" (1998).

Verhältnis von Lautstärke zu Beschallungsdauer

Datenquelle: National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH), "Basis for the Exposure Standard" (1998).

 

+ Wie kann ich die Lautstärke in meiner Umgebung messen?

Am zuverlässigsten ist eine Messung der Lautstärke mit einem Schallpegelmesser. Den hat natürlich nicht jede*r zur Hand. Um überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Lautstärke die Umgebung hat und wie laut man diese Lautstärke persönlich empfindet, kann man zunächst einmal mit einer Messung per App einsteigen. Es gibt zahlreiche verschieden Optionen, wir haben diese verwendet.

+ Was kann ich tun, um mein Gehör zu schützen?

Die wichtigsten zwei Regeln sind: Lautstärke reduzieren und Pausen machen! Wir raten auf jeden Fall Gehörschutz zu benutzen, z.B. bei Konzerten und Festivals. Mittlerweile gibt es hier tolle Möglichkeiten, das Gehör z.B. HiFi-Ohrstöpseln oder mit Otoplastiken zu schützen, die weder sichtbar sind noch den Klang verzerren. Außerdem ist es wichtig, den Ohren immer wieder eine Erholungsphase zu gönnen, d.h. beim langen Musikhören mal zwischendurch den Pause-Button zu drücken, beim Clubbesuch zwischendurch zum Luft schnappen mal raus zu gehen und im Alltag hin und wieder die Stille zu genießen.

+ Wie laut ist es bei dir? Wir freuen uns über Mithilfe!

Wenn ihr die Lautstärke bei euch gemessen habt, dann schickt uns doch gerne die Zahl in dB(A), mit Orts- und Zeitangabe! Wir sammeln die Angaben und werden sie in eine interaktive Karte einbinden.

+ Welche Apps eignen sich zum Lautstärke messen?

Sowohl für iOS wie auch für Android gibt es eine Vielfalt von Apps mit denen man Lautstärke messen kann. Die Genauigkeit aller Apps wurde von uns nicht getestet. Auch wir sind noch immer auf der Suche nach der perfekten Lautstärke-Mess-App. Hier eine Auswahl an Apps

App Store: Dezibel X https://itunes.apple.com/us/app/decibel-x-db-dba-noise-meter/id448155923?mt=8
SoundPrint: https://itunes.apple.com/us/app/soundprint-find-a-quiet-spot/id971189322?mt=8
LärmApp https://itunes.apple.com/de/app/larmapp/id465291587?mt=8
Decibel: https://itunes.apple.com/us/app/decibel-db-dba-sound-meter/id1227650795?mt=8

Google Play Store: Dezibel X: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.skypaw.decibel
Decibel Meter: https://play.google.com/store/apps/details?id=coocent.app.tools.soundmeter.noisedetector
LärmApp: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.monks.laermApp